© 2011 Hubert Wellmann, Bült 18, 48619 Heek

Terrier

Draufgänger und

Partner

Textfeld: Nur Fachleute finden sich bei den Terriern durch: Über 15 anerkannte Rassen sind in dieser Gruppe zusammengefaßt. Ob groß, ob klein, ob Airedale- oder Bedlington-Ter- rier, allen gemeinsam ist der lange, schmale Schädel, Mut und Anhänglichkeit. Der oben abgebildete Irische Terrier ist mittelgroß; in Deutschland ist er recht selten.
Textfeld: Terrier müssen gut erzogen sein, sonst geht außerhalb des Hauses ihre alte Passion, die Jagdleidenschaft, mit ihnen durch.
Textfeld: 	ur einen Augenblick lang hatte 	ich nicht aufgepaßt, und schon 	war unsere Irish Terrier-Hündin
losgestürmt. Wie der Blitz war sie bei ei­ner Boxer-Hündin, die sie seit einer Bei­ßerei in frühen Hundekindertagen nicht leiden kann. Ohne zu zögern nahm sie es mit dem viel schwereren Boxer auf und hatte in dieser Keilerei dank ihrer Wen­digkeit nahezu schon Oberhand gewon­nen, als die besorgten Besitzer die Kampfhähne auseinander brachten.
Schneid und Wagemut, die Irische Terrier so leicht vor nichts zurückschrek­ken lassen, haben ihnen in ihrer Heimat die Bezeichnung „The Dare Devils" ein­getragen. Fast lassen sich Irische Terrier durch die Beschreibung der charakterli­chen Eigenschaften besser kennzeichnen als durch ihr Äußeres. Das Ausmaß von Unerschrockenheit und Wagemut ver­blüfft immer wieder.
Für einen so quicklebendigen, tempe­ramentvollen Hund sind aber auch Hin­gebung und Zuneigung zu seinem Besit­zer und der ganzen Familie sehr unge­wöhnlich. Hiervon sind auch Kinder, 
Textfeld: selbst Kleinkinder, nicht ausgenommen. Seine Verspieltheit, der er nicht nur in jungen Jahren mit großer Wendigkeit Ausdruck verleiht, wird jeden Hunde­freund begeistern. Anhänglichkeit und Mut machen ihn so zu einem vorzügli­chen Begleithund auch für Kinder und lassen ihn für das Haus sehr geeignet er­scheinen. Für die Haltung im Haus ist im übrigen auch seine nur mittlere Größe vorteilhaft.
Unerschrockenheit und die allen Ter­riern eigene Beharrlichkeit bedingen al­lerdings zugleich, daß sich die Erzie‑
Mancher „Damenhund"
entpuppt sich plötzlich als
ein mutiger Jäger
hung eines Irischen Terriers nur jemand zumuten sollte, der Konsequenz und ein wenig Festigkeit aufbringen kann. Denn Gehorsam ist nach meiner Erfahrung notwendig, weil außerhalb des Hauses mit dem Irischen Terrier doch sehr leicht seine alte berufliche Passion durchgeht.
Textfeld: Alle Terrier sind nämlich ursprünglich einmal für die Verwendung bei der Jagd gezüchtet worden, und manchen von ih­nen sitzt die Jagdleidenschaft auch heute noch tief im Blut, obwohl jetzt nur noch wenige Terrier als Jagdgefährten des Menschen eingesetzt werden.
Auch für Hundefreunde ist es schwer, die große Fülle der verschiedenen Ter­rierrassen zu überschauen und jede Rasse sofort richtig anzusprechen. Da­bei unterscheiden sich die Terrierrassen zum Teil in ihrem Äußeren ganz erheb­lich voneinander, und einige von ihnen scheinen für die Jagd nicht gerade sehr geeignet zu sein. Hierbei kann aber die äußere Erscheinung durchaus trügen. Denn mancher Terrier, der heute ein sorgloses Leben als Familienhund führt und der wie ein „Damenhund" aussieht, würde, verlangte man das von ihm, einen schneidigen Jagdhund abgeben.
Die Wissenschaftler sind sich trotz im­mer wiederkehrender Einwände heute darüber einig, daß alle unsere verschie­denen Haushundrassen, es gibt über dreihundert, vom Wolf abstammen.
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Textfeld: Anhänglichkeit, Mut und Verspieltheit machen den Irischen Terrier zu einem vorzüglichen Begleithund auch für Kinder.
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Textfeld: Zum Zeichen dafür, daß sie und der Wolf einer zoologischen Art angehören, können sie auch heute selbst bei großen Unterschieden im Körperbau fruchtbare Nachkommen miteinander zeugen. Der Mensch hat es verstanden, aus den ein­heitlichen Wild-Tieren, den Wölfen, durch künstliche Zuchtwahl eine so große Mannigfaltigkeit von Rassen her­auszuzüchten, daß allein schon die Grö­ßenunterschiede — man denke etwa an Pekinesen und Deutsche Doggen — ei-
In Rassengruppen
werden Hunde mit ähnlichem
Körperbau zusammengefaßt
nen unbefangenen Betrachter in Erstau­nen setzen.
In dem Bestreben, die Vielgestaltig­keit der Hunderassen einem Ordnungs­prinzip zu unterwerfen, verwenden Hun­dekenner den Begriff der Rassengruppe. In diesen werden jeweils solche Rassen zusammengefaßt, die miteinander hin­sichtlich ihres Körperbaues und auch der charakterlichen Eigenschaften mehr Ähnlichkeiten besitzen als mit anderen Rassen. Wenn Hunde einer bestimmten Rasse mit Angehörigen einer anderen in ein und derselben Rassengruppe zusam­men geführt werden, dann heißt das je­doch nicht in jedem Fall, daß diese Tiere auch von denselben Vorfahren abstam­men. Es wird vielmehr vorwiegend nach Äußerlichkeiten und nicht so sehr nach einer gemeinsamen Herkunft geordnet und gruppiert.
Die Terrier bilden eine solche Rassen­gruppe, in der mehr als fünfzehn aner­kannte Rassen zusammengefaßt sind. Die Angehörigen dieser Rassen sind teils äußerlich sehr unterschiedlich, so wie etwa Airdale-Terrier und Sealyham­Terrier, andere Rassen ähneln einander wiederum sehr. Kenner vertreten die An­sicht, daß die Terrier trotz alle Verschie­denheiten auch gemeinsame Körperbau­merkmale besitzen, zum Beispiel langer und schmaler Schädel ohne Stopp, das heißt ohne Absatz zwischen Nase und Stirn, V-förmiges Kippohr und verhält­nismäßig kleine Augen.
Wichtiger erscheint mir zu sein, daß sich die Terrier in charakterlicher Hin­sicht so ähneln: Sie sind alle sehr tem­peramentvoll, draufgängerisch und ei­genwillig.
Unsere Terrierhündin zeigt das eigent­lich auf jedem Spaziergang in typischer Weise. Obwohl auch außerhalb des Hau­ses im Prinzip recht gehorsam, fordert sie immer wieder nachdrücklich und in einer Weise, wie ich es von anderen Hunden nicht kenne, an dieser Stelle zu schnüffeln und an jener eine Duftmarke
Textfeld: zu hinterlassen. Sie läßt auch keine Gele­genheit aus, mit einem anderen Hund anzubandeln oder eine Katze auf einen Baum zu jagen. Ich muß gestehen, daß diese Eigenwilligkeit jeden Spaziergang mit einer nicht immer als angenehm empfundenen Spannung erfüllt.
War die Jagd die eigentliche und ur­sprüngliche Aufgabe der Terrier im all­gemeinen, so war der Einsatz unter Tage im Dachs- und Fuchsbau die Spezialität der Terrier. Hierfür waren aus nahelie-
Textfeld: genden Gründen insbesondere kurzbei­nige Rassen geeignet. Der Verwendungs­zweck für die Jagd in Erdbauten erfor­derte außerdem psychische Eigenschaf­ten wie Mut, eine gewisse Selbständig­keit und eben besonders Temperament. Ein typisches Beispiel für einen körper­lich und charakterlich so gearteten Hund ist der Schottische Terrier, den man — seine Freunde werden das nicht gerne hören — wegen seiner kurzen Beine und dem normal großen Kopf und Kör-

Irische Terrier wurden erstmals 1873 in Dublin auf einer Ausstellung vorgestellt.

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Textfeld: Alle Terrier sind ursprünglich einmal für die Verwendung bei der Jagd gezüchtet worden; das sitzt ihnen im Blut.
Textfeld: Zum Glück für flüchtende Katzen kön- nen Terrier nicht auch noch klettern.
Textfeld: per als einen disproportionierten Zwerg bezeichnen muß.
Für die Jagd wurden nicht nur die kurzbeinigen Terrier gezüchtet, sondern auch die mit normal langen Beinen.
Die Terrier waren
Hof- und Haushunde der
irischen Bauern

Hierher gehören der Welsh-Terrier, die Foxterrier, der Deutsche Jagdterrier und auch unser Irischer Terrier mit seinen Vorläufern. Irische Terrier repräsentie- ren eine der ältesten Terrierrassen. Si- cher haben sie sich in ihrer Heimat we- gen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit — auch bei der Jagd — über eine lange Zeit und lange bevor sie als eine definierte und anerkannte Rasse bekannt wurden, einer großen Beliebtheit erfreut.
Sie waren die vielfach nützlichen Haus- und Hofhunde bescheidener iri- scher Bauern. Sie schützten das Anwe- sen vor Dieben, jagten Ratten und waren dabei auch Jagdgehilfen. Allerdings un- 
Textfeld: terschieden sie sich von den heutigen Tieren noch erheblich. Sie waren klei- ner, insbesondere Kopf und Hals wirk- ten weniger elegant; nur im Fell entspra- chen sie dem, was auch in der heutigen Zucht angestrebt wird.
Irische Terrier wurden erstmals in den Jahren nach 1870 auf Ausstellungen in Dublin und etwas später auch in Eng- land gezeigt. 1879 wurde auf die Initia- tive von Züchtern in Belfast der Irish Terrier Club gegründet und in einem Standard „The True Irish Terrier" fest- gelegt, wie er auszusehen hat.
Die Beliebtheit der Irish Terrier stieg in ihrer Heimat bis in die zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts. Danach ging ihre Popularität vorübergehend zu- rück. Bei uns gehören Irische Terrier auch heute noch zu den Hunden, die man selten zu sehen bekommt. Hunde- freunde allerdings können diese unver- wechselbaren Tiere nicht übersehen.
Sie sollen von ihrer Gesamterschei- nung her den Eindruck eines eleganten, schnellen und wendigen Hundes ma- chen. Die Körperhöhe von 45 Zentime-
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Textfeld: tern wird heute meist um einige Zentime- ter überschritten. Sowohl zum Charakter als auch zur Eleganz des Äußeren pas- sen der lang gestreckte Kopf mit dem kräftigen Fang, die langen, geraden und _trockenen" Beine. Der Rücken ist lang und ebenfalls gerade, die kleinen V-för- migen Ohren kippen gegen die Spitze zu nach vorne um. Die lang kupierte Rute wird in der Regel hoch, aber nicht über
Textfeld: den Rücken geschlagen getragen. Wich- tig und kennzeichnend ist auch die Be- haarung, die hart und drahtig, jedoch nicht wellig sein soll. Die Fellfarbe ist einheitlich rot, goldrot oder rot-weizen- farbig. Abzeichen mit Ausnahme eines kleinen Fleckes auf der Brust sind nicht erlaubt. Die Beschaffenheit seines Felles macht den Irish Terrier zu einem recht pflegeleichten Hund; zwei- bis dreimal
Textfeld: im Jahr zum Trimmen, das im übrigen von jedem Hundebesitzer auch selbst er- lernt werden kann, und dazu ein kurzes tägliches Kämmen und Bürsten sind alles, was man tun muß.
Auch hinsichtlich der Ernährung halte ich den Irish Terrier für einen pro- blemlosen Hund. Die Möglichkeit, heute im wesentlichen die Ernährung auf Fertigfutter, das alle notwendigen
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Textfeld: Nahrungsbestandteile und Substanzen enthält, abzustellen, erleichtert die sach­gerechte Pflege eines Hundes sehr. An­spruchsvoll ist der Irische Terrier nur, wenn es um die Bewegung geht. Da lebt er nach dem Motto: „Je mehr, desto bes­ser". Und man muß es ihm schon ermög­lichen können, auch täglich frei von der Leine zu laufen. Daran hat im übrigen nicht nur der Hund, sondern auch der
Textfeld: Besitzer große Freude. Denn nur im freien Gelände kann man erkennen, daß Irische Terrier sich mit beinahe wind­hundartiger Geschwindigkeit bewegen können. Hierfür muß freilich die richtige Umgebung zur Verfügung stehen, auf dem nach Möglichkeit kein Wild den Hund vom Pfad der Tugend ablenkt. Mit welcher Geschwindigkeit  sich  sonst  Unlieb­ 
Textfeld: sames ereignen kann, ist daran ablesbar, daß unsere Hündin es bereits dreimal ge­schafft hat, sich einen unserer Wellensit­tiche mit einem Sprung aus dem Fluge zu schnappen. Daß es sich hierbei immer um denselben Wellensittich gehandelt hat und ihm dabei nie etwas passierte, spricht weniger für den Vogel als viel-mehr für den Hund.
Harald Schliemann
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Bedlington-Terrier

Fox-Terrier

Skye-Terrier

Airedale-Terrier

Border-Terrier

Kerry-Blue-Terrier

Norwich-Terrier

Cairn-Terrier

Yorkshire-Terrier

Welsh-Terrier

Silky-Terrier

Cesky-Terrier

Fox-Terrier ( Glatthaar )

Bull-Terrier

Staffordshire-Terrier

Scottish-Terrier

West-Highland-White-Terrier

Tibet-Terrier

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